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Utopien in Liedern: Der Klassiker “Imagine” von John Lennon & Yoko Ono

Das KI-generierte Bild zeigt ein buntes Gemälde an einer Steinmauer. Auf dem Bild ist zentral der Schriftzug "Imagine" zu sehen. Darum herum befindet sichein buntes Herz. Außerdem zu sehen sind weiße Tauben, Peacezeichen, Herzen und weitere Details in strahlenden Farben.
„DALL-E, erstelle ein Bild, das den Songtext des Liedes „Imagine“ von John Lennon darstellt.“

Die erste Utopie entstammt einem Buch und hat das literarische Genre einer Besseren-Welt-Erzählung geprägt. Generell habe ich schnell Bücher oder Filme im Kopf, wenn ich an utopische Erzählungen denke. Utopievorstellungen können sich aber in weiteren Formen ausdrücken, z.B. in Musik oder bildender Kunst. In diesem Beitrag geht es um einen Klassiker unter den Utopie-Songs: „Imagine“ von John Lennon & Yoko Ono.

“Imagine” von John Lennon: Lyrics

  • Written by: John Lennon, Yoko Ono
  • Released: 8 October 1971 (UK), 9 September 1971 (US)

Imagine there’s no heaven
It’s easy if you try
No hell below us
Above us, only sky

Imagine all the people
Livin‘ for today
Ah

Imagine there’s no countries
It isn’t hard to do
Nothing to kill or die for
And no religion, too

Imagine all the people
Livin‘ life in peace
You

You may say I’m a dreamer
But I’m not the only one
I hope someday you’ll join us
And the world will be as one

Imagine no possessions
I wonder if you can
No need for greed or hunger
A brotherhood of man

Imagine all the people
Sharing all the world
You

You may say I’m a dreamer
But I’m not the only one
I hope someday you’ll join us
And the world will live as one

Hier gibt’s das Musikvideo zu “Imagine” auf YouTube

John Lennon ordnete die Aussage des Songs selber ziemlich treffend ein:

“[Imagine] is anti-religious, anti-nationalistic, anti-conventional, anti-capitalistic… but because it is sugar-coated, it is accepted.”

Frei übersetzt: Religions-, Staaten-, Konventions- und Kapitalismuskritik funktionieren ganz gut, wenn sie in einem smoothen Popkultur-Gewand daherkommen. Das erinnert mich an die ersten Utopieerzählungen, die an fiktiven Orten stattfanden, eben um sich der Behauptung einer ketzerischen Staatskritik zu entziehen. (Mehr zu diesem Gedanken habe ich hier schonmal aufgeschrieben: Was ist eine Utopie?)

Späte Ehre für Yoko Ono

Ursprünglich war nur John Lennon als Songwriter von “Imagine” angegeben. Erst viele Jahre später sagte er in einem Interview: “Yoko actually helped a lot with the lyrics, but I wasn’t man enough to let her have credit for it.” Im Jahr 2017 (46 Jahre nach Erscheinen des Songs) wurde Yoko Ono dann endlich als zweite Songwriterin anerkannt. („Yoko Ono to Receive Songwriting Credit on John Lennon’s ‘Imagine’”, Variety vom 14.06.2017)

To be continued: Von Imagine zu Nutopia

Zwei Jahre nach dem Erscheinen von „Imagine“ verkündeten Yoko Ono und John Lennon auf einer Pressekonferenz die Gründung ihrer eigenen Utopie: Nutopia. Was es mit diesem Konzept auf sich hat, ergründe ich demnächst mit euch in einem eigenen Blogbeitrag.

Mehr zum Song “Imagine”, seiner Entstehungsgeschichte und Rezeption bei “The Beatles Bible”.

Übrigens: Beide Bilder in diesem Beitrag wurden von mir mit der Bild-KI DALL-E generiert, indem ich das Tool gebeten habe, mir Bilder aus dem Inhalt des Textes „Imagine“ zu erstellen.

„Imagine“ – Eine Utopie, die noch zeigemäß ist?

Der Song „Imagine“ entstand im Jahr 1971, „einer Zeit, in der vom Summer of Love vor allem Enttäuschung übrig geblieben war,“ wie das ARTE Magazin schreibt. Was denkt ihr? Ist der Wunsch nach einer Welt ohne Religion, Nationalstaaten und Kapitalismus (noch) zeitgemäß? Habt ihr eine Lieblingsstelle aus dem Song? Welche Aspekte seht ihr kritisch? Schreibt es gerne in die Kommentare.


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