
Ende Mai hat die re:publica in Berlin stattgefunden. Sie ist quasi DIE große Konferenz für digitale und gesellschaftliche Themen. In diesem Jahr war ich leider nicht vor Ort dabei, habe mir aber bereits einige der aufgezeichneten Vorträge im YouTube-Kanal der Konferenz angeschaut. Hier sind meine Top 3 Talks zum Thema „Zukünfte“ plus 2 Bonus-Tipps für dich.
Future is not a vibe – it’s a skill (Dodo Vögler)
Unterschiedliche Thesen und Methoden aus ihrer Arbeit stellt die Zukunftsforscherin Dodo Vögler in ihrem Talk zu Strategic Foresight vor. Sie betont die Wichtigkeit von Zukunftsbildern und Utopien als wertvollen “Raum des Unmöglichen” der uns erkennen lässt, was gerade noch möglich ist. Unternehmen rät sie, Zukunftsfähigkeit zu verankern, indem sie Freiräume schaffen, Diversität nutzen, Foresight-Routinen etablieren, eine Kultur der Neugier etablieren und Zukünftewissen greifbar machen.
F**k the Dystopia – Reimagining the Future Through Serial Storytelling (Alexander Lindh, Benjamin Gutsche, Elaine Kasket)
In diesem englischen Panel-Talk sprechen die Screenwriter Alexander Lindh, Benjamin Gutsche und die Cyberpsychologin Elaine Kasket über Utopien, Dystopien und Protopien im Filmgeschäft. Hängen bleibt bei mir die Aussage „Utopia is boring. It has no conflict”, denn damit eignet die Utopie sich nicht für ein interessantes Storytelling. Andererseits sind dystopische Erzählungen sehr destruktiv, wirken deterministisch und funktionieren bestenfalls als Warnung – allerdings ohne eine mobilisierende Perspektive. Eine Balance aus Komplexität, Nuancierung und Entertainment ist den Panelgästen wichtig, diese sehen sie in vielschichtigen Erzählnarrativen.
Die Anti-Dystopie als Widerstand gegen negative Zukünfte (Isabella Hermann)
In ihrem Talk blickt die Zukünfteforscherin und Autorin Isabella Hermann auf den Boom der Dystopien einerseits und die Unzulänglichkeiten von Utopien andererseits. Während Utopien zwar eine wünschenswerte Perspektive aufzeigen, laufen sie Gefahr, elitär und für eine fragmentierte Gesellschaft zu unterkomplex zu sein. Demgegenüber zeigen Anti-Dystopien vielfältige Schritte in eine bessere Zukunft auf, die zwar nicht konfliktfrei sein, aber einer komplexen, dynamischen Ausgangslage gerecht werden kann.
Übrigens: Über das Buch “Zukunft ohne Angst” von Isabella Hermann, auf dem ihr re:publica-Talk basiert, habe ich hier eine Rezension geschrieben.
Bonus Empfehlung #1
Außerdem möchte ich euch den LinkedIn Beitrag vom Corporate Learning Experten Johannes Starke empfehlen, in dem er eine schöne Zusammenfassung zum Workshop “(Re)Imagining Digital Fairness: Ein generationenübergreifender Zukünfteworkshop“ mit Lisa Ama Schrade und Nandita Vasanta geschrieben hat.
Hier geht’s zum Post von Johannes.
Bonus-Empehlung #2
Und die letzte, brandheiße Ankündigung: Die re:publica startet im September gemeinsam mit dem SRH Campus Berlin eine 3-tägige Weiterbildung. Bei dieser können Teilnehmende aus drei Themenschwerpunkten wählen. In Track 2 geht es um ein richtig cooles Thema (wenn du mich fragst 😉 ): “Zukünfte gemeinsam denken: Co-Creation & Open Innovation”. Bis zum 30.06.2025 gibt es noch ein Early Bird Ticketkontingent inkl. Ticket für die rp26.
(Headerbild Copyright: re:publica Berlin)
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