
Endlich! Mein erstes Zukünftelabor! 🙂 Nach zwei fehlgeschlagenen Teilnahmeversuchen war ich Mitte Juni als Teilnehmerin beim Zukünftelabor zu den Zukünften der Arbeit von Dr. Stefan Bergheim. Wie das Labor ablief und was ich daraus mitgenommen habe, erzähle ich dir in diesem Beitrag.
Was ist ein Zukünftelabor?
Das Zukünftelabor (englisch: Futures Literacy Laboratory) ist eine Methode, mit der Teilnehmende sich ihren Zukünftevorstellungen zu einem bestimmten Thema (hier: Arbeit) nähern können, dahinterliegende Annahmen sichtbar machen und daraus Handlungsoptionen für die Gegenwart ableiten. In diesem eintägigen Workshop durchlaufen die Teilnehmenden vier Phasen eines Zukünftelabors: Aufdecken, Experimentieren, Abgleichen, Handeln. Moderiert wurde das Zukünftelabor von Stefan Bergheim, dem Direktor des Zentrums für gesellschaftlichen Fortschritt.
Wie läuft das Zukünftelabor ab?
Unser Zukünftelabor fand remote über eine Videokonferenz statt, Gruppenarbeiten haben wir mit Miro gemacht. Grundsätzlich kann dieses Format auch onsite stattfinden, remote hat es dank der strukturierten Moderation für mich sehr gut funktioniert. Zu den vier Phasen haben wir in unterschiedlichen Konstellationen zusammengearbeitet und nach jeder Phase unsere Ideen in der Gesamtgruppe reflektiert.
3 Dinge, die ich in dem Zukünftelabor gelernt habe
„Die Zukunft“ von XY (hier beliebiges Thema einfügen) zu denken, fällt mir nicht leicht. Immer noch nicht. Wirklich. Und das, obwohl ich mittlerweile ein wenig Übung darin habe (z.B. dank des Future-Present Experiments mit Tobias Leisgang) und das Thema „Arbeit“ mir aus der HR-Perspektive sehr vertraut ist. Die Schwierigkeit, Worte oder Bilder für Zustände zu finden, die es noch nicht gibt, macht das Zukünftedenken anstrengend. Alleine diese Feststellung hat uns als Gruppe aber schon einen Aha-Moment beschert.
Zukünftedenken profitiert von unterschiedlichen Perspektiven: Unsere Teilnehmendengruppe war recht homogen zusammengesetzt. Dementsprechend hatten wir alle einen ähnlichen Blick auf Arbeit und wahrscheinliche oder wünschenswerte Zukünfte davon. Richtig spannend wäre es sicher geworden, wenn unsere Gruppe vielfältiger zusammengesetzt gewesen wäre.
Annahmen als Game Changer: Ich will nicht zu viel von dem Zukünftelabor verraten (Empfehlung: selbst mal ausprobieren!), aber die Frage „Warum erwartest du eigentlich dieses oder jenes? Was sind deine Annahmen hinter deiner Zukunftsvorstellung?“ macht nochmal einen ganz eigenen riesengroßen Reflexionsraum auf.
Wie kann es weitergehen?
- Für Menschen, die selbst Zukünftelabore durchführen wollen, bietet Stefan Bergheim im September die zugehörige Moderationsausbildung an: Weiterbildung Zukünftelabore am 5. September 2025.
- Vor dieser Ausbildung sollte jede*r einmal selbst ein Zukünftelabor als Teilnehmer*in besucht haben. Das kann ich wirklich empfehlen, denn der strukturierte Rahmen ermöglicht einen interessanten Zugang zu einem konkreten Themenfeld. Nächstes Zukünftelabor: Die Zukünfte der Schule am 12. September 2025.
- Asynchron reinschnuppern: Geht mit dem Buch „Zukünfte: Offen für Vielfalt“ von Stefan Bergheim.
Insgesamt hat mir der Tag sehr viel Spaß gemacht und ich konnte von der Methode einiges mitnehmen. Der Austausch in der Gruppe war konstruktiv und kreativ und die Begleitung der Gruppenprozesse hat den Workshop professionell ablaufen lassen. Vielen Dank an alle Beteiligten für diese Erfahrung! 🙂
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Ein Gedanke zu “Zukünftelabor: Die Zukünfte der Arbeit”