
Sich in die Zukunft verlieben. Klingt verlockend, oder? Das Buch des Klimaaktivisten Rob Hopkins verspricht genau das und liefert eine Anleitung fürs Zeitreisen in individuelle, wünschenswerte Zukünfte.
Über das Buch und den Autor
Das Buch “How to Fall in Love with the Future: A Time Traveller’s Guide to Changing the World” wurde von Rob Hopkins geschrieben und im Juni 2025 im Verlag Chelsea Green Publishing veröffentlicht.
Es ist aktuell nur auf Englisch verfügbar, hat 192 Seiten und kostet 26,99 Euro.
Der Autor Rob Hopkins ist britischer Dozent, Klimaaktivist und Co-Gründer des „Transition Network”, einer Initiative, die Städte und Gemeinden beim Übergang in eine postfossile, lokale Wirtschaft unterstützt. Außerdem ist er Host des Podcasts “From What If To What’s Next”, in dem er in jeder Folge mit zwei Gäst*innen über Zukunftsfragen spricht.
Worum es geht
Im Grunde ist das Buch ein Plädoyer für Utopien und die Macht positiver Zukunftserzählungen für die Gestaltung eines sozialen Wandels.
Dabei ist der Ansatz keineswegs naiv, sondern setzt auf die aktivierende Kraft, die Menschen zu etwas hin bewegt (die liebenswerte Zukunft) anstatt von etwas weg (der Katastrophe).
“If you’re able to get people to really think about the future in a very detailed way, where they can really place themselves in it, and it’s positive, then surely you’re going to be eliciting some hope. Or increasing people’s hope for the future. You’re increasing the plausibility of it.” (S. 33)
Der Time Traveller im Titel ist dabei durchaus ernst gemeint. In seiner Arbeit mit Städten und Gemeinden, bei internationalen Vorträgen etc. nutzt Rob Hopkins tatsächlich das Zeitreise-Narrativ und eine haptische Zeitmaschine, um die Menschen in die neue Zukunft mitzunehmen. Im Buch teilt er außerdem seine Methode, diese Gruppenübung anzuleiten (“The Time Machine Blueprint”).
Drei Dinge, die ich beim Lesen dieses Buchs gelernt habe
- Menschen machen den Unterschied: Nur eine Zukunftsvorstellung, die soziale Aspekte in den Fokus stellt, kann aktivierend wirken. Demgegenüber ist die technologisch basierte, “SciFi Zukunft” die, die uns inaktiv verharren lässt. “The Green Utopia is likely to be seen as achievable only by active engagement in social change. In other words, it is a future that will only come true if we make it happen. The Sci-Fi future, on the other hand, feels like what we’ll get if we sit back and do nothing.” (S. 35)
- Die gute Zukunft ist schon da: Es gibt sie bereits, die mutigen Zukunftsprojekte, wegweisenden Veränderungsinitiativen und engagierten Zukunftsgestalter*innen. Wir dürfen ihnen mehr Beachtung und Anerkennung schenken – so versuche ich es zum Beispiel mit den Interviews hier im Blog. “So, when people ask me for one thing they can do to bring about a more positive future, I suggest they seek out stories of real change that are happening right now. … Once you start looking, you’ll find it’s happening everywhere, and that discovery will colour how you then see the possibilities in the world around you.” (S. 51)
- Der Zukunft eine Form geben: Zukunftsartefakte geben der persönlichen Zukunftsvorstellung eine überdauernde Form, sei es in Form von Texten, Geräuschen oder Düften. Wenn wir unserer liebenswerten Zukunft eine Manifestierung verleihen, schaffen wir eine konkrete Brücke ins Heute und einen Anker in die Zukunft. Rob Hopkins sagt dazu, es gehe darum „When I was in the future”- Momente zu schaffen, die eine immersive Erfahrung schaffen und die Rückkehr in die Gegenwart überdauern. Möglich wird dies z.B. durch das Anfertigen von Bildern, Collagen, Geräuschsammlungen oder Duftkompositionen, die das eigene Zukunftserlebnis konservieren.
Lieblingszitat
“We must be able to envision a future we actually want to the extent that we muster the will to do what needs to be done to make that vision a reality – to the degree that it becomes our magnificent new North Star and we can’t imagine doing anything else.” (S. 22)
Zusammenfassende Einschätzung
Beim Lesen des Buchs habe ich mich oft daran erinnert gefühlt, warum ich diesen Blog mache: Um wünschenswerte Zukunftsbilder zu kuratieren, zu zukunftsgestaltendem Handeln zu inspirieren und um gute Zukünfteinitiativen im Heute aufzuzeigen. Das Buch spricht mir daher in vielen Aspekten aus der Seele.
Was ich daran außerdem schätze, ist die konkrete Herangehensweise, die Rob Hopkins teilt. Seine Methode kann sicher eine Inspiration für Aktivist*innen im Bereich Klima und Soziale Veränderung sein und für Menschen, die die Zeitreisemethode in Gruppenformaten ausprobieren möchten.
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