
Ein 90-Sekunden-Gedicht zu einem vorgegebenen Wort. Eine Rede, die nur aus Fragen besteht. Kreatives Schreiben ist definitiv außerhalb meiner Komfortzone. 😅 Das neue Angebot “Utopisches Schreiben” von Open Innovation City Bielefeld hat mich diese Woche inspiriert und ganz anders an das Thema herangeführt, als ich erwartet hatte.
Wenn es um reale Utopien und lokale Zukünfte geht, ist das Team von Open Innovation City in Bielefeld für mich ganz vorne dabei. Im letzten Jahr durfte ich bereits Sarah Bollmann zu ihrer Arbeit an einer besseren Zukunft für die Stadt Bielefeld interviewen. Generell organisiert das OIC-Team spannende Veranstaltungen für die Zivilgesellschaft, so wie die Utopische Schreibwerkstatt, die in dieser Woche ihren Auftakt hatte.

Mit diversen kreativen Schreibmethoden leitete Henrik Remmert, Coach für Social Innovation, Berufsorientierung und Future of Work, uns durch die zwei Stunden des Workshops. Als Impulsgeber lagen diverse Bilderkarten und Zettel mit Begriffen bereit. Für mich war die Schreibwerkstatt vor allem spannend, weil sie mir einen neuen Zugang zum utopischen Erzählen beschert hat. In meinem Blog habe ich bisher Bücher besprochen, Interviews geführt und Konzepte rund um Zukünfte aufbereitet – alles recht strukturiert und analytisch. Die kreative Herangehensweise bei der Schreibwerkstatt war eine neue Erfahrung, ähnlich wie es damals das fiktive Erzählen in der Future~Present Methode mit Tobias Leisgang für mich gewesen ist.
Schnell habe ich gemerkt: Meist habe ich beim Schreiben mehr Fragen als Aussagen im Kopf. Mein utopischer Gedanke soll inklusiv sein, nicht zu statisch, möglichst vieles umfassen. „Be aware of your perspective!“ höre ich Octavia Butler in meinem Hinterkopf mahnend rufen. Dieser Anspruch hat mich selbst eher gehemmt als beflügelt. Beim nächsten Mal will ich versuchen, mehr in Ausschnitten zu denken, statt im Big Picture und auch Unvollkommenes an meiner sich entwickelnden Utopie zuzulassen.
„Utopie bedeutet für mich miteinander füreinander gestalten – nicht nur in Eliten, sondern der Welt! Und genau da kommt das gemeinsame Schreiben ins Spiel – kommt gerne nächste Mal vorbei und spürt die Raummagie!“
(Henrik Remmert zur Frage, was für ihn das Besondere am gemeinsamen Utopischen Schreiben ist.)
Henrik und meine Mitschreibenden haben den Abend zu etwas einzigartigem gemacht: Zu einem Raum, in dem alles geschrieben werden kann und OK ist. In dem jeder dort beginnt, wo er*sie gerade steht. Wer möchte, kann einen Teil seines Geschriebenen teilen. Einzigartige Stücke aus Sätzen, Gedanken und Reimen. Diese Begegnungen zu schaffen, hat an sich schon etwas utopisches.
Vielen Dank an Henrik für die Leitung des Abends, an Sarah von OIC für die Organisation und an meine Mitschreibenden für die gemeinsame, kreative Zeit!
Wer sich auch mal im Utopischen Schreiben ausprobieren möchte, ist jeden zweiten Dienstag im Monat ins Innovation Office am Alten Markt eingeladen dazuzukommen: https://oic-bielefeld.de/beitraege/utopisches-schreiben/
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