Buchrezension zu ”Zurück zur Zukunft” von Marcel Aberle und Markus Iofcea

Buchrezension zu ”Zurück zur Zukunft” von Marcel Aberle und Markus Iofcea

Wie können Unternehmen die Zukunft gestalten? In ihrem Buch „Zurück zur Zukunft“ zeigen Marcel Aberle und Markus Iofcea einen praktischen Weg, der zwei Blickrichtungen vereint und in der sogenannten synoptischen Organisation mündet. Die synoptische Organisation „schaut gleichzeitig von der Gegenwart in die Zukunft und aus der Zukunft auf die Gegenwart“ und entwickelt daraus eine kraftvolle unternehmerische Strategie. Seit Herbst letzten Jahres liegt das pinke Buch auf meinem Lesestapel und endlich habe ich es geschafft, mich dem zusammenführenden Zukünfte-Ansatz der beiden Autoren zu widmen.

Über das Buch und die Autoren

Das  Buch “Zurück zur Zukunft” ist ein Sachbuch und wurde geschrieben von Marcel Aberle (Trend- und Zukunftsforscher) und Markus Iofcea (Zukunftsarchäologe). Es ist in der 1. Auflage im Mai 2024 bei Haufe erschienen, kostet 39,99 Euro und hat 207 Seiten.

Worum es geht

Der Untertitel verrät schon gut, worum es geht: “Methoden und Mindset zur Gestaltung der Zukunft”. Die ersten beiden Teile des Buchs widmen sich dem besagten Mindset. Die Autoren behandeln das Thema Zukunftskompetenzen und mit der Unterscheidung zwischen Wirklichkeits- und Möglichkeitssinn den beiden Zugänge zur Zukunft. Im dritten Teil stellen sie verschiedene Methoden vor, mit denen wir uns Zukünfte erschließen können, wie z.B. das Trend Canvas Framework und die Arbeit mit Zukunftsartefakten. Im vierten und letzten Teil fließen alle Bestandteile in das Modell der Synoptischen Organisation – einer ganzheitlichen Herangehensweise an das Thema Zukünfte in Organisationen.

Was ich beim Lesen dieses Buchs gelernt habe

  • “Die Zukunft” passiert nie so, wie wir sie uns irgendwann mal vorgestellt haben. Das sieht man besonders schön an der Zukunftsvision aus dem Jahr 1950 mit dem Jetpack-Briefträger, der auch auf dem Buchcover abgebildet ist. Warum ist das so? Weil wir im sogenannten Gegenwarts-Lock-in gefangen sind, d.h. wir entwickeln unsere Zukunftsvisionen nur aus dem aktuellen Wissen und schreiben den Status-Quo überwiegend linear fort. Wirklich Neues, Disruptives zu denken, fällt uns schwer. Die Erkenntnis, dass unsere Zukunft nicht 1:1 vorhersagbar ist, hat einerseits etwas beruhigendes, andererseits sollten wir trotzdem nicht vergessen, dass Zukunftsnarrative wichtig und handlungsleitend sind.
  • Ein Hoch auf die Neugier! Neugier motiviert uns dazu, Zukünfte zu erforschen und nach dem Wie, Was und Warum unserer Welt zu fragen.
  • Wessen Utopie ist das eigentlich? Diese Frage ist wichtig, denn Zukünfte sollten immer systemisch betrachtet werden. Geschieht dies nicht systematisch, wird die Utopie der einen gesellschaftlichen Gruppe ziemlich schnell zur Dystopie anderer Gruppen, Lebewesen oder des Klimas. Wer Zukunftsszenarien entwickelt, sollte daher die Komplexität unserer Welt berücksichtigen und verantwortlich im Sinne eines größtmöglichen Gemeinwohls handeln.

Lieblingszitat

“Bis die Zukunft zu unserer Gegenwart wird, existiert sie als eine Vielzahl von Möglichkeiten.” (S.198)

Zusammenfassende Einschätzung

„Zurück zur Zukunft“ ist eine umfassende,zugängliche Anleitung zur Zukünftegestaltung für Unternehmen. Besonders gefallen haben mir die klare Gliederung und verständliche Schreibweise der Autoren. Die beiden Ansätze des Wirklichkeits- und Möglichkeitssinn und deren Kombination in der synoptischen Organisation finde ich nachvollziehbar, sinnvoll und bereichernd.

Das Buch ist gut verständlich für Einsteiger*innen, die sich im organisationalen Kontext mit dem Thema Zukünfte beschäftigen möchten. Ich denke, dass auch erfahrene Futurist*innen mit dem synoptischen Ansatz einen neuen, bereichernden Blickwinkel gewinnen.

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