Zu Besuch im Neugiersalon: Buchvorstellung “Zurück zur Zukunft”

Zu Besuch im Neugiersalon: Buchvorstellung “Zurück zur Zukunft”

Seit Kurzem bin ich Botschafterin für Neugier und Zukunftslust. Klingt ziemlich cool, oder? Als Botschafterin habe ich Anfang Oktober am sogenannten “Neugiersalon” teilgenommen, einem Austauschformat, das in regionalen Gruppen in Deutschland und Österreich veranstaltet wird.

Beim aktuellen Neugiersalon ging es um das Buch “Zurück zur Zukunft” von Marcel Aberle und Markus Iofcea. Im Livestream mit Patrick Rammerstorfer haben die beiden Autoren ihr Buch vorgestellt und im Anschluss wurde in den Kleingruppen vor Ort über die Erkenntnisse diskutiert. In diesem Beitrag gebe ich dir einen Einblick in das Format und die Impulse, die ich aus dem Abend mitgenommen habe.

Das Ministerium für Neugier und Zukunftslust

“Das Ministerium für Neugier & Zukunftslust ist eine Non-Profit-Initiative von proactive für die Kultivierung von epistemischer Neugier in Wirtschaft und Gesellschaft und der damit einhergehenden Lust auf Zukunft.”

Proactive wiederum ist eine Organisationsberatung aus Linz in Österreich, die sich auf die Bereiche Transformation, Zukunftsfähigkeit / Strategie, Innovation, Leadership, New Work, Mindset & Kultur fokussiert. Mit der non-profit Ministeriums-Initiative sollen Räume für Ideen, zum Experimentieren, Umsetzen und Lernen geschaffen werden. Nur wer Botschafter*in des Neugier-Ministeriums wird, kann die exklusiven Neugiersalons veranstalten, bei denen z.B. schon Wolf Lotter auf dem Podium zu Gast war.

Der Neugiersalon in Bielefeld

Von Beginn an haben Jens Edler (Leiter der Digitalisierungsbüros), Maria Goncalvez (Projektmanagerin bei Open Innovation City) und Charlotte Sandoval (Wissenschaftliche Mitarbeiterin der FHM) die Neugiersalons in Bielefeld gehostet und in den Räumlichkeiten des Innovation Office am Alten Markt eine anregende Umgebung geboten.

Dieses Mal ging es beim Neugiersalon um das kürzlich erschienene Buch „Zurück zur Zukunft“ von den Trend- und Zukunftsforschern Marcel Aberle und Markus Iofcea. Den Livestream der Podiumsdiskussion zwischen den beiden Autoren und dem Geschäftsführer von proactive, Patrick Rammerstorfer, haben wir gemeinsam im Innovation Office angesehen und uns danach über unsere Erkenntnisse ausgetauscht.

Drei Impulse aus dem Neugiersalon

Die Zukunft als Hoffnungsraum neu entdecken

„Wir akzeptieren eine nicht so gute Gewissheit lieber als eine ungewisse Zukunft.“ (Marcel Aberle)

Aus Sicht der Autoren ist es wichtig, die Zukunft als Hoffnungsraum wiederzuentdecken. Dies gelingt, indem man sich Zeit nimmt, um wünschenswerte Zukunftsbilder zu entwickeln und diese zu kommunizieren. Dies wiederum erfordert Mut und die Bereitschaft, Kritik auszuhalten. Als Beispiel wurde hier das Zukunftsprojekt Neom der Saudi Arabischen Regierung genannt. Das Projekt erzeugt in wichtigen Punkten ernstzunehmende Kritik. Erwähnenswert sei dennoch, dass die Zukunftserzählung dem Land einen neuen Sinn stiften kann (zumal die bisherige Wohlstandserzählung zum Großteil auf fossilen und damit endlichen Energieträgern beruht und damit nicht mehr zukunftsfähig ist).

Der Wert von Zukunftsartefakten

Wenn es um die Vermittlung von Zukunftsvorstellung geht, kann es enorm helfen, möglichst viele Sinne einzubeziehen. Wie wird es in einer möglichen Zukunft riechen? Welche Gegenstände werden wir benutzen? Artefakte können dies veranschaulichen. In ihrem Buch beschreiben die Autoren es folgendermaßen:

„Zukunftsartefakte sind Objekte, die aus einer fiktiven Zukunft stammen und uns einen Einblick in ihre Lebenswelt geben. Sie erleichtern es uns, uns in diese spekulative Zukunft hineinzuversetzen und uns mit ihren potenziellen Vorzügen und Herausforderungen auseinanderzusetzen.“ (Zurück zur Zukunft, S. 131)

Als Beispiel wurde im Talk die spekulative Weinflasche genannt, die als Zukunftsartefakt per Mikrowelleneinstellung die gewünschte Weinsorte in der Flasche entstehen lässt. Oder: Welche Gedanken löst eine Flasche Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 110 bei dir aus? Diese Artefakte können als Ausgangspunkt für den detaillierten Austausch über diese mögliche Zukunft dienen: Was an dieser Zukunftsidee ist wünschenswert? Was nicht? Welche persönlichen Werte liegen hinter diesen Annahmen? usw.

Genau hinhören, wenn etwas unmöglich erscheint

Jemand erzählt dir von einer scheinbar unmöglichen Idee? Dann hör‘ genau zu!

Das ist der Tipp von Markus Iofecea, wenn es darum geht, Zukunftsbildern eine Chance zu geben. Mich erinnert das an die Dragon Dreaming Methode, die Jannis Deutschmann mir in dem Interview zu „Wir bauen Zukunft“ vorgestellt hat. Alle Zukünfte dürfen denkbar sein und einen berechtigten Platz einnehmen. Wir sollten nicht voreilig darüber urteilen, wie wahrscheinlich diese Zukunft sein könnte, denn dann nehmen wir ihr von Anfang an die Grundlage. 

Zurück zur Zukunft

Der Abend im Innovation Office hat mir gut gefallen, die Atmosphäre, Menschen und Inhalte haben gepasst. Ich nehme mehr Wissen, Verknüpfungen und Anregungen mit und hatte dabei eine richtig gute Zeit. Danke an Maria und Jens für das Ausrichten dieses Abends und auch an Javiera für den gemeinsamen Austausch!

Für alle, die auch mal beim Neugiersalon dabe sein wollen: Nr. 6 ist schon in Planung: Am 07. November 2024 wird Ali Mahlodji zu Gast sein und über „Das Leben, die Liebe und die Neugier“ sprechen. Tickets für den Bielefelder Neugiersalon gibt es hier bei Eventbrite.


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6 Gedanken zu “Zu Besuch im Neugiersalon: Buchvorstellung “Zurück zur Zukunft”

  1. Es war uns ein Fest, liebe Sarah. Es war gut, dass du da warst. Danke für deine Fragen, Anregungen und Ideen. Bis zum nächsten Mal!

    1. Liebe Maria,
      danke für euer Engagement mit dem Neugiersalon und die vielen coolen Zukunftsimpulse, die ihr nach Bielefeld bringt! 🙂
      Bis bald und beste Grüße

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